Süd- und Westfassaden liefern reichlich Energie, aber auch Blendrisiken am Nachmittag. Elektrochromes Glas kann dort gezielt abdunkeln und Lastspitzen abfangen. Nordfassaden profitieren von hoher Klarheit, während Ostseiten morgens sanft moduliert werden. Regionale Wetterdaten, Verschattung durch Nachbargebäude und Reflexionen bodennaher Flächen gehören in die Analyse. Ein abgestuftes Konzept verbindet Außenverschattung, wenn verfügbar, mit smarter Verglasung, um ganzjährig robuste Ergebnisse zu erreichen. Je früher dies im Entwurf bedacht wird, desto eleganter lösen sich Zielkonflikte.
Bildschirmarbeit erfordert kontrollierte Leuchtdichten, geringe Reflexe und stabile Kontraste. Adaptive Verglasung reduziert grelle Himmelsanteile, bewahrt jedoch Sichtbezug nach außen. Idealerweise führen Helligkeitssensoren, Sonnenstand und Nutzungsprofile die Tönung sanft, sodass Veränderungen kaum wahrgenommen werden. Ergänzend helfen matte Oberflächen, gezielte Leuchten und gedachte Blickachsen. Entscheidend ist eine Übersteuerungsmöglichkeit für individuelle Bedürfnisse, ohne das Grundsystem zu stören. So entsteht produktives, gesundes Arbeiten mit weniger Kopfschmerzen, seltenerem Blinzeln und natürlicheren Tag-Nacht-Rhythmen.
Lichtqualität, Blendung und Energie werden heute systematisch bewertet. Relevante Standards umfassen etwa EN 17037 zur Tageslichtversorgung, EN 14501 für Sonnenschutzklassifizierung sowie Anforderungen aus WELL und LEED zu Komfort, Ausblick und Steuerbarkeit. Projektspezifische Simulationen quantifizieren Tageslichtautonomie, Blendungswahrscheinlichkeiten und solare Gewinne im Jahresverlauf. Dokumentieren Sie Regelalgorithmen, Referenzmesspunkte und Schnittstellen zu Gebäudetechnik. Klare Nachweise erleichtern Genehmigungen, reduzieren Diskussionen in der Ausführung und liefern belastbare Grundlagen für spätere Optimierungen und Monitoring.





